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Kategorie Allgemein – Lesedauer 6 Min – Letzte Änderung am 13.08.26

Personal finden, Personal halten: Warum Wohnraum die unterschätzte Recruiting-Waffe auf dem Campingplatz ist

Drohnenaufnahme von NAWALO-Bauwagen auf einem Campingplatz

Die meisten Campingplätze scheitern beim Saisonpersonal nicht am Bewerbermangel, sondern an einer Frage, die viel zu spät gestellt wird: „Und wo soll die neue Kraft eigentlich wohnen?“ Wer Recruiting und Unterbringung von Anfang an zusammendenkt, gewinnt einen doppelten Vorteil – einen größeren Bewerberpool und Mitarbeiter:innen, die länger bleiben. Dieser Beitrag zeigt, wie das zusammenspielt und warum eine mobile Werkswohnung dabei weniger Kostenblock als Asset ist.

Übersicht

Der wahre Engpass ist nicht die Bewerbung, sondern das Bett

Stellen Sie sich die typische Situation auf einem gut geführten Naturcampingplatz vor: Die Stelle für die Rezeption oder den Platzservice ist ausgeschrieben, es kommen sogar Bewerbungen herein – und trotzdem bleibt die Position offen. Der Grund fällt oft erst im Telefonat: Die passende Kandidatin wohnt 200 Kilometer entfernt, der geeignete Kandidat kommt aus dem Ausland, und die entscheidende Frage lautet plötzlich nicht mehr „Wie viel verdiene ich?“, sondern „Wo schlafe ich?“.

Genau hier liegt der blinde Fleck vieler Betriebe. Recruiting wird als reine Reichweiten- und Anzeigenfrage behandelt, während die Unterbringung als organisatorisches Kleingedrucktes hinten runterfällt. Auf dem Campingplatz ist das ein teurer Denkfehler – denn hier gehören beide Themen untrennbar zusammen.

Warum der Campingplatz ein Sonderfall im Recruiting ist

Ein Campingplatz vereint gleich mehrere Faktoren, die die Personalgewinnung erschweren – und die es in dieser Kombination in kaum einer anderen Branche gibt:

Erstens die Lage. Was Ihre Gäste lieben – Natur, Ruhe, Abstand zur Stadt – ist im Recruiting genau die Hürde. Ländliche Regionen bieten weniger lokale Arbeitskräfte und selten bezahlbaren, spontan verfügbaren Wohnraum in Laufnähe.

Zweitens die Saisonalität. Der Personalbedarf explodiert in wenigen Monaten und schrumpft danach wieder. Klassische, unbefristete Wohnlösungen passen zu diesem Rhythmus schlecht.

Drittens die Herkunft der Kräfte. Gute Saisonkräfte kommen häufig von außerhalb der Region, aus anderen Bundesländern oder aus dem europäischen Ausland. Ohne eine Unterkunft im Angebot fällt dieser gesamte Bewerberpool schlicht weg.

Der Fachkräftemangel im Gastgewerbe hat sich zwar zuletzt etwas entspannt, bleibt aber auf hohem Niveau: In der Beherbergung war laut KfW-ifo-Fachkräftebarometer Mitte 2024 fast jeder zweite Betrieb (46,5 %) von Personalengpässen betroffen; im Herbst 2025 lag der Wert immer noch bei rund 28 %. Aussagekräftiger als die Momentaufnahme ist die Zeit, die eine Stelle offen bleibt: Die durchschnittliche Vakanzzeit über alle Branchen lag im Oktober 2025 bei 161 Tagen – 2010 waren es noch 56 Tage (Bundesagentur für Arbeit). Übersetzt heißt das: Eine unbesetzte Stelle kostet Sie heute nicht Wochen, sondern Monate an Umsatz, Servicequalität und Nerven.

Wohnraum ist kein Zusatz – er ist ein Recruiting- und Bindungshebel

Der entscheidende Perspektivwechsel ist dieser: Eine Unterkunft ist keine nachgelagerte Fürsorgeleistung, sondern ein aktives Instrument der Personalgewinnung.

Sobald „Unterkunft inklusive“ in der Stellenanzeige steht, passieren zwei Dinge gleichzeitig. Zum einen vergrößert sich Ihr Bewerberpool schlagartig, weil plötzlich auch überregionale, internationale und studentische Kräfte infrage kommen, für die die Stelle sonst logistisch unmöglich wäre. Zum anderen steigt Ihre Arbeitgeberattraktivität sichtbar – gerade jüngere Saisonkräfte vergleichen Angebote heute sehr genau, und ein gelöstes Wohnproblem ist ein handfester, sofort verständlicher Vorteil gegenüber dem Betrieb nebenan.

Und der Effekt endet nicht am Tag der Einstellung. Wer ordentlich untergebracht ist – nicht im Provisorium, sondern in einer Unterkunft mit Würde und Privatsphäre – bleibt eher die ganze Saison, kommt eher im Folgejahr wieder und spricht positiv über den Arbeitgeber. In einer Branche, in der die Wiederkehrquote guter Saisonkräfte über den Erfolg der nächsten Saison entscheidet, ist das bares Geld.

Was gute Mitarbeiterunterbringung auf dem Platz ausmacht

Wenn Unterkunft also ein Recruiting-Instrument ist, dann lohnt es sich, sie auch als solches zu gestalten. Vier Anforderungen sind dabei entscheidend:

Schnell verfügbar. Der Personalbedarf kommt mit der Saison, nicht mit einem mehrjährigen Bauantrag. Eine Wohnlösung, die erst in zwei Jahren steht, löst das Problem der übernächsten Saison – nicht das der aktuellen.

Flexibel und versetzbar. Betriebe verändern sich, Plätze wachsen, neue Standorte kommen dazu. Eine Unterkunft, die sich bei Bedarf an einen anderen Ort oder auf einen neuen Platz umsetzen lässt, bleibt dauerhaft nützlich, statt zur fixen Fehlinvestition zu werden.

Saison- und wohntauglich. Eine Unterkunft, in der man auch bei Wind, Regen und über mehrere Monate gut leben kann, ist etwas anderes als ein abgestellter Bauwagen. Qualität an dieser Stelle zahlt direkt auf Bindung und Wiederkehr ein.

Zum Platz passend. Auf einem Naturcampingplatz wirkt eine hochwertige Holzunterkunft stimmiger als ein Wohncontainer – und lässt sich im Zweifel sogar in das Gästeerlebnis integrieren (dazu gleich mehr).

Genau in dieses Anforderungsprofil fallen mobile Unterkünfte wie die Naturwagen, Lodges und Tiny Houses von NAWALO: schlüsselfertig, ohne langwierigen Bauprozess, versetzbar und in einer Qualität, die man Mitarbeitenden wie Gästen gleichermaßen anbieten kann.

Ein Schäferwagen von NAWALO auf einer Wiese.

Werkswohnung als Asset, nicht als Kostenblock

Der häufigste Einwand gegen eine eigene Mitarbeiterunterkunft ist der Preis. Er ist berechtigt – aber er verkürzt die Rechnung. Denn eine mobile Werkswohnung ist kein verlorener Zuschuss, sondern ein werthaltiges, mehrfach nutzbares Wirtschaftsgut.

Erstens ist die Einheit versetzbar. Wächst Ihr Betrieb oder eröffnen Sie einen weiteren Standort, zieht die Unterkunft mit, statt am alten Ort gebunden zu sein. Für Betreiber mit Expansionsplänen ist das ein erheblicher Unterschied zur fest verbauten Lösung.

Zweitens lässt sich dieselbe Einheit im Jahresverlauf unterschiedlich nutzen. In der Kernsaison beherbergt sie Ihr Personal; in Rand- und Nebenzeiten oder in einer Aufbauphase, in der die Gästezahlen die Personalstärke noch nicht rechtfertigen, kann sie als Glamping-Unterkunft an Gäste vermietet werden. Wichtig ist hier die ehrliche Einordnung: In der Hochsaison konkurrieren Personal- und Gästenutzung um dieselbe Einheit – die Doppelnutzung ist also eine Flexibilität über das Jahr hinweg, kein gleichzeitiges „doppeltes Kassieren“. Aber genau diese Flexibilität macht aus einem reinen Kostenposten ein Wirtschaftsgut, das arbeitet.

Drittens hat die Unterkunft einen Restwert. Anders als eine untergegangene Mietzahlung bleibt eine mobile Einheit ein Vermögensgegenstand, den Sie weiternutzen, umsetzen oder veräußern können.

Der rechnerische Nebeneffekt: das Stichwort Sachbezug

Ein Aspekt, der in der Kalkulation oft übersehen wird: Eine gestellte Unterkunft kann als sogenannter Sachbezug behandelt werden. Der amtliche Sachbezugswert für freie Unterkunft liegt 2026 bei 285 Euro pro Monat für eine allein untergebrachte Person (Sozialversicherungsentgeltverordnung). Das kann die Gesamtrechnung aus Arbeitgebersicht attraktiver machen, als eine reine Betrachtung der Anschaffungskosten vermuten lässt.

Wichtig – und das ist ausdrücklich keine steuerliche Beratung: Ob und wie sich Sachbezug, Anrechnung auf den Mindestlohn und betriebliche Absetzbarkeit in Ihrem konkreten Fall darstellen, hängt von vielen Details ab (u. a. schriftlicher Vereinbarung, Qualität der Unterkunft, Pfändungsfreigrenzen). Das gehört vor jeder Entscheidung mit einer Steuerberaterin oder einem Steuerberater durchgerechnet. Der Punkt hier ist nur: Rechnen Sie die Unterkunft nicht als reinen Aufwand – prüfen Sie die steuerliche Seite mit.

Das Praxis-Playbook: Recruiting und Wohnen als System

Der eigentliche Hebel entsteht, wenn Sie beide Bausteine – Reichweite und Unterkunft – bewusst verzahnen. Ein pragmatischer Ablauf:

1. Unterkunft zum Benefit machen. Nehmen Sie „Unterkunft auf dem Platz inklusive“ prominent in die Stellenanzeige auf – nicht als Fußnote, sondern als Argument. Das ist Ihr Alleinstellungsmerkmal gegenüber Betrieben, die nur die Stelle, aber kein Dach anbieten.

2. Überregional ausschreiben. Sobald das Wohnproblem gelöst ist, ist geografische Nähe kein Filter mehr. Schreiben Sie DACH-weit aus und sprechen Sie gezielt die Zielgruppen an, die auf eine gestellte Unterkunft angewiesen sind: Saisonkräfte, Studierende, Menschen im Ortswechsel, internationale Bewerber:innen. Eine spezialisierte Plattform wie CampingJobs erreicht genau die Menschen, die auf dem Campingmarkt arbeiten wollen – statt Ihre Anzeige in einer allgemeinen Jobbörse untergehen zu lassen.

3. Das Wohnangebot sichtbar zeigen. Ein Foto der Unterkunft in der Anzeige wirkt stärker als jede Beschreibung. „So wohnst du bei uns“ senkt die Hemmschwelle, sich aus der Ferne zu bewerben.

4. Onboarding inklusive Ankommen denken. Wer die erste Nacht schon ein fertiges, sauberes Zuhause vorfindet, startet motivierter – und die Wahrscheinlichkeit, dass aus der Saisonkraft eine wiederkehrende Stammkraft wird, steigt spürbar.

In diesem System übernimmt die Unterkunft den Part „Wohnen“ und eine spezialisierte Jobplattform den Part „Reichweite“. Zusammen lösen sie ein Problem, das jeder Baustein allein nicht lösen kann.

Fazit

Der Wettbewerb um gute Saisonkräfte entscheidet sich auf dem Campingplatz seltener über das Gehalt und öfter über eine simple Frage: Wo wohnt die neue Kraft? Betriebe, die Recruiting und Unterbringung getrennt behandeln, verlieren Bewerber:innen an einer Hürde, die sie gar nicht als Hürde erkannt haben. Wer beides zusammendenkt – überregionale Reichweite plus eine hochwertige, flexible Unterkunft – vergrößert den Bewerberpool, senkt die Fluktuation und verwandelt einen vermeintlichen Kostenblock in ein Asset, das über die Saison hinaus arbeitet.

Die gute Nachricht: Beide Bausteine sind heute verfügbar. Mobile Werkswohnungen lösen die Wohnfrage schnell und flexibel – und eine spezialisierte Jobplattform bringt Ihre Stelle vor genau die Menschen, die im Camping arbeiten wollen.

Über CampingJobs

CampingJobs ist die Jobplattform für den Campingmarkt im DACH-Raum. Wir bringen Campingplätze, Ferienparks und Anbieter mit den Menschen zusammen, die in der Branche arbeiten wollen – von der Saisonkraft bis zur Platzleitung. Ihre Stelle DACH-weit ausschreiben?

Fragen Sie Ihr individuelles Angebot an!

Wir produzieren Tiny Houses, Lodges und Naturwagen, die aus nachhaltigen Materialien gefertigt sind, die Umwelt und das Klima schonen und Ihnen trotzdem allen Luxus unserer modernen Zeit offenbaren. Lassen Sie sich von uns beraten und erfahren Sie, wie Sie sich ein zweites Standbein erfolgreich aufbauen können. 

Kontaktieren Sie uns gern über unser Kontaktformular, per E-Mail oder telefonisch unter +49 (0)4120 706 88 70.

Simon Kilimann
Geschäftsführer der NAWALO GmbH

Theresa Steger

Gastbeitrag von CampingJobs

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